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Lernen aus der Geschichte

Der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl lud anlässlich des Gedenkjahres zu einer hochkarätigen Podiumsdiskussion im Europa-Parlament

„Wir haben heute das beste Europa, das es je gab. Das verdanken wir den beiden Generationen vor uns, die es nach 1945 besser gemacht und alles aufgebaut haben. Unsere Generation muss sich anstrengen, damit auch wir unseren Kindern das ein gutes Europa übergeben können“, so der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl. Er hatte zu einer hochkarätigen Podiumsdiskussion zum Thema „Lernen aus der Geschichte. 1848, 1918, 1938, 1968, 2018“ eingeladen. Mandls Gäste waren Staatssekretärin Karoline Edtstadler, die Historikerin Christa Hämmerle und der ehemalige Europa-Abgeordnete und Präsident von Paneuropa Österreich, Karl Habsburg-Lothringen.

Edtstadler, die für die Bundesregierung im Innenministerium unter anderem für Gedenkstätten zuständig ist. Sie betonte die Verantwortung der Gesellschaft und jeder einzelnen Person, vor allem aber die der Älteren gegenüber den Jüngeren: „Viele Jugendliche tappen in die Falle, weil sie es nicht besser wissen. Hier liegt unsere Verantwortung. Daher ist es mein Ziel, dass jeder Schülerin und jedem Schüler ein Besuch in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ermöglicht wird.“

Ins selbe Horn stieß auch Karl Habsburg-Lothringen, der als Präsident der Kulturgüterschutz-Organisation Blue Shield International und der Paneuropabewegung Österreich oftmals mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert ist: „Der Sinn der Geschichtswissenschaft ist es, uns zu erkennen zu helfen, was wir tun und unterlassen sollen.“ Habsburg betonte, dass es stets der Nationalismus gewesen sei, der Europa in die Katastrophe geführt habe. Der Nationalismus sei aber klar vom Patriotismus abzugrenzen. Während ersterer die Ablehnung des Anderen bedeute, bestehe zweiterer aus der Liebe zum Eigenen.“ Und das könnte sehr breit sein: Er selbst, so Habsburg, sei damit Patriot für seine Salzburger Heimat ebenso wie für Österreich und für Europa.

Aus Sicht der Wiener Universitäts-Professorin für neuere Geschichte, Christa Hämmerle, sei rechtspopulistische Instrumentalisierung der Geschichte heute wieder en vogue. „Ich bemerke dazu einen gewissen Trend, der sicherlich wesentlich stärker ist als vor zehn Jahren.“ Bedenklich sei, so die Historikerin, dass rundherum gewisse „Deutungskämpfe“ in Verbindung mit dem „Neuschreiben der Geschichte“ des Ersten Weltkriegs eingesetzt hätten.

 

Foto: © 2018 EU-EP/FM

 

15. November 2018 News

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