Close

„EU-Parlamentarier Mandl: Europa braucht mehr Christen“ (kathpress-Meldung)

Wien, 07.01.2019 (KAP) Laut dem österreichischen EU-Parlamentarier Lukas Mandl braucht Europa mehr Christen. Christen hätten ein besonderes Geschick, wenn es darum gehe, zu deeskalieren, zu verzeihen und zu entdramatisieren, sagte Mandl in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung der Erzdiözese Wien „Der Sonntag“. „Christen sind im Normalfall nicht destruktiv, sondern konstruktiv und sie haben meistens Humor“, so der EU-Parlamentarier wörtlich.

Die Europäische Union sieht Mandl in der Pflicht, dazu beizutragen, Religionsfreiheit weltweit sicherzustellen. Der 39-jährige ÖVP-Politiker warb darüber hinaus für mehr Wertschätzung dafür, „dass ich mich als Christ in Europa völlig frei bewegen und generell frei sein kann“. Nur so könne er etwa als Politiker ganz offen als Christ auftreten und bekennen, „dass die Kraft vom lieben Gott kommt“.

Die Angst, die EU wolle Religion bewusst aus dem öffentlichen Raum verdrängen, kann Mandl nicht nachvollziehen. Hinter diesem Bedrohungsszenario stehe vielmehr der Wunsch mancher, „dass die EU die christliche Religion bevorzugt fördert“. Als bekennender Christ, der Respekt und Menschenliebe als Geschenk Gottes betrachtet, könne man allerdings nur für Religionsfreiheit für alle eintreten.

Österreich Brückenbauer zwischen Nationen

Auf die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im vergangenen Jahr blickt der EU-Parlamentarier positiv zurück. Österreich sei als Brückenbauer zwischen den Nationen Europas und den vielen Interessen der Menschen aufgetreten und habe die richtigen Prioritäten gesetzt. „Vom ersten bis zum letzten Tag hat Österreich in der EU-Präsidentschaft einen Beitrag zu einem Europa der Freiheit nach innen, der Stärke nach außen, der Bürgernähe geleistet, also auch für ein Europa der starken Regionen, für Subsidiarität, gegen Zentralismus und Bürokratismus.“

Für gefährlich hält Mandl ein Wiedererstarken der Nationalismen; das sei der absolut falsche Zugang. Ein „Mia san mia-Denken“ fördere Populismus, der immer destruktiv sei, „weil dann oft mit falschen Fakten und mit Verschwörungstheorien gearbeitet wird“. Gleichzeitig warnte der EU-Parlamentarier vor Zentralismus, der den Populismus wachsen lasse. Er plädiert vielmehr für einen aktiv gelebten Parlamentarismus – also die Arbeit für die Interessen der Bürger – als einzige Lösung, um am Europa der Bürger weiterzubauen, am Grundstein, den die beiden Generationen vor uns gelegt haben.

Zuversichtlich stimmt Mandl, dass bei der EU-Wahl im Mai die erste Generation wahlberechtigt ist, die aufgrund ihres Geburtsalters gar keine Zeit vor dem Euro und der EU kenne. „Das ist eine Generation, für die die friedliche Einigung Europas komplett selbstverständlich ist.“ Für einen entscheidenden Schritt in die Zukunft hält er die Aufnahme südosteuropäischer Länder wie Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien, auch wenn davor noch viele Reformen, rechtsstaatliche und bildungspolitische Anstrengungen und Korruptionsbekämpfung notwendig seien. „Aber wir müssen das mit Kräften vorantreiben, denn diese Länder sind enorm wichtig für die Stabilität ganz Europas.“

Quelle: www.kathpress.at

7. Januar 2019 Allgemein

Teilen:
Zurück nach oben