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Lukas Mandl zu Kosovo: „Grenzstreitigkeiten nicht stets präsent“

Utl.: Mandl: „Bevölkerung hat kein Interesse an einem neuerlichen Konflikt“ – „Könnte das Silicon Valley Europas werden“

Prishtina (Pristina)/Wien (APA) – Die Mehrheit der Bevölkerung des Kosovo sieht in den Grenzstreitigkeiten zwischen Pristina und Belgrad „keine im Alltag präsente“ Problematik. Sie ist „vielmehr an einer Besserung des Lebensstandards“ interessiert, erklärte der ÖVP-Europaabgeordnete Lukas Mandl in einem Gespräch mit der APA am Mittwoch. Mandl war unlängst mit der EU-Parlamentarierdelegation im Kosovo.

Mit dem Hinweis auf die kosovarische Flagge, die die Ländergrenzen des Kosovo und darüber sechs Sterne für die sechs in dem Land lebenden Ethnien zeigt, machte der EU Mandatar klar, dass ein Großteil der Kosovaren „kein Interesse an einem neuerlichen Aufwallen eines Konflikts“ habe. Die bestehenden Grenzen seien Teil des „Nationalverständnisses“ der erst zehn Jahre jungen Republik, die, wie Mandl betont, „nach dieser kurzen Zeit bereits mehr erreicht hat, als es viele andere Staaten in diesem Zeitraum geschafft“ hätten.

Zudem sagte Mandl, der auch Präsident der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft ist, nach seinem Besuch in der geteilten nordkosovarischen Stadt Mitrovica, dass „die Lage stabil“ sei und „der Wind in Richtung Konfliktlösung“ wehe.

Er hob das hohe Potenzial der sehr jungen kosovarischen Bevölkerung hervor und zeigte sich optimistisch, dass die vom Europaparlament am 13. September gebilligte Visabefreiung weitere Verbesserungen bringen werde. „Der Kosovo könnte das Silicon Valley Europas werden“, so Mandl unter Hinweis auf die junge Programmiererszene im Land.

Der kosovarische Staatspräsident Hashim Thaci hatte sich in den vergangenen Wochen für eine Grenzkorrektur mit Serbien ausgesprochen, sein serbischer Amtskollege Aleksandar Vucic sprach gleichzeitig von einer „Grenzziehung mit den Kosovo-Albanern“. Konkrete Vorschläge sind noch nicht öffentlich bekannt. Laut Insidern dürfte aber es schon ein Papier von Vucic geben. Belgrad lehnt es nach wie vor ab, die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen und behandelt ihn weiterhin als seine „südliche Provinz“.

(APA)