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EU-Abgeordnete in Heimatgemeinde von Franz Jägerstätter

„Mit Courage der Wahrheit und den Menschen zu dienen“, empfindet der französische EU-Abgeordnete Bellamy als Auftrag, wie er nach dem Besuch der Jägerstätter-Heimatgemeinde St. Radegund sagte. Sein österreichischer Kollege Mandl betonte die Bedeutung von Menschenwürde und Freiheitsrechten.

Der österreichische Europa-Abgeordnete Lukas Mandl konnte durfte seinen französischen Kollegen Francois-Xavier Bellamy zu Gesprächs- und Besuchsterminen in Salzburg und Oberösterreich begrüßen. Bellamy leitet auch die französische Delegation der Europäischen Volkspartei.

Christlicher Glaube und Nationalsozialismus unvereinbar

Besonderes Interesse für seinen allerersten Besuch in Österreich hatte bei Bellamy die Heimatgemeinde von Franz Jägerstätter, St. Radegund, hervorgerufen. So verbrachten Bellamy und Mandl mit Bürgermeister Simon Sigl mehrere Stunden im Wohnort von Jägerstätter und dessen Familie. Jägerstätter hatte mit Verweis auf seinen christlichen Glauben den Dienst in der deutschen Wehrmacht verweigert und betont, man könne nicht sowohl Katholik als auch Nationalsozialist sein.

Mandl erinnert sich an Jägerstätters Seligsprechung, die er 2007 in Linzer Dom mitgefeiert hat: „Franziska Jägerstätter, die Witwe, lebte noch und saß in der ersten Reihe dieser flächenmäßig größten Kirche Österreichs. Der Dom war bis zum letzten Stehplatz gefüllt und zur Orgelmusik wurde das überlebensgroße Porträt von Franz Jägerstätter im Altarraum hochgezogen. Ich werde diesen Moment nie vergessen. Er war wie ein kurzer Lichtstrahl aus der himmlischen Gerechtigkeit. Denn Franz Jägerstätter war den Weg des Martyriums gegangen und durfte sich dabei von seiner Frau verstanden fühlen. Aber auch Franziska Jägerstätter musste viel erdulden, auch nach dem Ende des nationalsozialistischen Verbrecherstaats. Deshalb war der Moment so besonders.“

Menschenwürde und Courage

Bellamy erklärte bei dem Besuch in St. Radegund: „Das Leben und Beispiel von Franz Jägerstätter zeigt uns, worum es in unserem politischen Leben geht. Der Wahrheit und den Menschen mit Courage zu dienen ist unsere Aufgabe. Das Beispiel Jägerstätters hilft uns auch, die Bedeutung der Menschenwürde zu begreifen. Ich freue mich über die Zusammenarbeit mit Lukas Mandl als Freund im Europa-Parlament. Dank Bürgermeister Simon Sigl und den Menschen von St. Radegund wird das Beispiel weitergetragen.“

Mandl ergänzte: „Ich danke Francois-Xavier Bellamy für seine klare Haltung zu Menschenwürde und Freiheitsrechten, für die hervorragende Zusammenarbeit im Europa-Parlament und auch für die Idee, St. Radegund zu besuchen.“ – Bellamy war durch den in den österreichischen Kinos neu angelaufenen Film über Jägerstätter namens „Ein verstecktes Leben“ auf die Idee für den Besuch gekommen. Mandl zum Film: „Durch den Film fühle ich mich klein angesichts der Größe von Franz und Franziska Jägerstätter, aber in guter Weise: klein, aber dankbar und gefordert.“ Auch Mandl dankte Bürgermeister Sigl für die Gastfreundschaft und die ausführliche Führung durch das Dorf.

10. Februar 2020 News

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