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Jetzt startet die Phase 3

Es war mir wichtig, nach all den Wahlen, die jemandem wie mir noch mehr Flexibilität abverlangen und in deren Vorfeld die Anzahl und die Intensität an Unsachlichkeiten und Respektlosigkeiten leider stets ansteigen, einen „Resonanzraum“ zu schaffen, in dem grundsätzlich über Politik nachgedacht, diskutiert und reflektiert werden kann.

Ich habe das Projekt „Straßburger Diskurstage“ genannt, diese haben Ende Oktober erstmals stattgefunden. und war über zwei Aspekte besonders glücklich: erstens dass unter den Teilnehmenden besonders viele politisch wache und engagierte junge Frauen aus Österreich waren, und dass ganz besondere Menschen als Vortragende hingekommen sind, nämlich Thomas Köhler und Christian Mertens, die als oft inhaltlich unbequeme Publizisten seit mehr als zwei Jahrzehnten verlässliche Rufer für Ideale in der Politik, für ideengeschichtliches Verständnis und einen Blick in die Zukunft mit Vernunft und Reflexion sind; sowie der erstaunliche „Ideengeschichtler“ und langjährige Europa-Abgeordnete Bernd Posselt, und die feministische Theologin Judith Klaiber, über deren Ausführungen ich in diesem Blog-Eintrag erzähle.

An der Spitze der Vortragenden stand Manfred Weber, unser Fraktionsvorsitzender im Europa-Parlament.

Nun überzeugt mich die Tagesarbeit von Manfred Weber sehr, und auch die politischen Linien für die parlamentarische Arbeit, die er vorgibt, weisen den Weg in eine gute Zukunft für uns Europäerinnen und Europäer.

Bei den Straßburger Diskurstagen durfte ich ihn auch mit sehr persönlichen Worten zu seinen Kraftquellen und seiner Motivation hören.
Und ich habe ihn als programmatischen Vordenker erlebt. Das lässt sich mit einem wichtigen Gedanken von Manfred Weber so auf den Punkt bringen:

Europas Christdemokratie – eine konfessionell nicht gebundene, auf ethischen Maßstäben beruhende und Prinzipien wie jenen der Freiheit, der Vernunft und dem Gewissen folgende politische Richtung, die wie keine andere das heutige Europa geprägt hat, deren Bedeutung und Wirkungsweise weit über Parteipolitik hinaus geht – geht nun in ihre dritte Phase:

Weber meint das so, dass nach der ersten Phase des Aufbaus des vereinten und friedlichen Europa – etwa durch Schuman, Adenauer und De Gasperi, aber auch durch Figl, Raab und Klaus – und der zweiten Phase der Wiedervereinigung Europas – etwa durch Kohl, Walensa, Havel, aber auch Mock und Busek – nun die dritte Phase abbreche.

Mich inspiriert und beseelt dieser Gedanke sehr. Es gibt viel zu tun – ich arbeite ja täglich an den Themen und blogge hier so viel wie möglich dazu. Und wir dürfen diese Arbeit eingebettet in eine ideengeschichtliche Richtung, die vom Menschen und dessen Potenzial groß denkt, die deshalb couragiert handelt und so viel erreicht hat, verstehen. Es ist herausfordernd und ermutigend zugleich, diese dritte Phase von Europas Christdemokratie mitgestalten zu dürfen.

So haben es auch die anderen Teilnehmenden in Straßburg empfunden. Wie sind Manfred Weber für diese „Motivationsspritze“ sehr dankbar.

29. Oktober 2019 Blog

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