Mehr als 100 Jahre seit Völkermord: Türkische Führung soll Größe und Reife zeigen

Wir in Österreich gehören zu den Ersten, die historische Verbrechen, die auch von Landsleuten begangen wurden, einbekennen müssen. Das tun wir, das werden wir weiterhin tun. Und wir werden immer den Opfern ein ehrendes Andenken bewahren.

Es ist unverantwortlich, dass die türkische Führung den offensichtlichen Genozid an den Armeniern ein Jahrhundert später noch immer nicht eingesteht. Dieses Verhalten und die ständigen Attacken gegen jene, die auf die Geschichte hinweisen, sagt viel über die türkische Führung und nichts über jene, die von der Türkei immer und immer wieder eine klare Stellungnahme einfordern. Dass der US-Kongress zu jenen gehört, die den Genozid verurteilen, während die US-Regierung zurückhaltend ist, wie dieser aktuelle Vorgang deutlich macht, zeigt, dass der Parlamentarismus eher an der Wirklichkeit agiert. Die US-Regierung wäre gut beraten, ihrem Parlament zu folgen und Drohungen aus Ankara zu ignorieren. Das wäre wohl auch im Sinne der Kinder, Frauen und Männer, die Opfer des Genozids waren.

Ich appelliere an die türkische Führung, jene menschliche Größe und jene staatliche Reife zu zeigen, die ganz klar zu einem bedauernden Eingeständnis der Wirklichkeit des Völkermords führen würde.

Im Bild: Mein Besuch in der armenischen Gemeinde in Wien heuer im Frühjahr

17. Dezember 2019 Blog

Teilen:
Mein Besuch in der armenischen Gemeinde in Wien heuer im Frühjahr
Zurück nach oben