Sagartz/Mandl: „Kein Platz für Rassismus in Europa“

Brüssel. „Der schreckliche Tod von George Floyd in Minneapolis war ein Weckruf. Er hat auf besonders erschütternde Art und Weise an den alltäglichen, strukturellen Rassismus in den USA erinnert. Doch dieses Problem gibt es auch in Europa und in Österreich. Dagegen müssen wir vorgehen, dafür darf kein Platz in Europa sein, wir dürfen nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagen die ÖVP-Europaabgeordneten Christian Sagartz und Lukas Mandl zur heutigen Plenardebatte über die Antirassismus-Proteste nach dem mutmaßlichen Mord an George Floyd.

Wir müssen klar Stellung beziehen, wegschauen oder aussitzen ist keine Option.

Christian Sagartz MEP

„Das Europaparlament wird zu den berechtigten Protesten gegen den strukturellen Rassismus in den USA und auch bei uns ganz klar Stellung beziehen. Wegschauen oder aussitzen ist keine Option“, sagt Sagartz.

„Solche Gewalttaten kommen freilich nicht aus heiterem Himmel. Ihr Nährboden ist die alltägliche, selbstverständliche, oft unbewusste Diskriminierung von Minderheiten, von Menschen mit schwarzer oder dunkler Hautfarbe, die leider auch bei uns in Europa und in Österreich weit verbreitet ist“, sagt Sagartz. „Wir müssen vor der eigenen Türe kehren und auf Dialog setzen. Struktureller Rassismus hat in Europa nichts verloren und muss mit Entschiedenheit, Geduld und Ausdauer bekämpft und beseitigt werden.“

Rassismus ist ein Verbrechen.

Lukas Mandl MEP

„Wir in Europa haben keinen Grund, auf irgendwen herabzublicken. Rassismus tritt in unterschiedlicher Form auf, manchmal offensiv und brutal, manchmal besonders hinterhältig“, sagt Mandl, Außenpolitik- und Sicherheitssprecher der ÖVP im Europaparlament. „Rassismus ist ein Verbrechen und Rassismus tötet. Das muss politisch Verantwortlichen vor allem in jenen Teilen der Welt klar sein, wo Freiheit und Menschenwürde besonders hochgehalten werden – also in den USA und in Europa.“

„Die aktuellen Proteste sind wichtig. Und sie sind glaubwürdig, wenn sie friedlich verlaufen“, sagt Mandl. „Mindestens genauso wichtig ist eine nachhaltige entschiedene Haltung gegen Rassismus und ein Bekenntnis zu der unglaublichen Bereicherung, die das Miteinander von Menschen verschiedener Ethnien, Kulturen, Religionen oder auch Hautfarben bedeutet, in Erziehung, Bildungssystemen, Medien, in Arbeit und Wirtschaft sowie allen Gesellschaftsbereichen.“

Die Plenarabstimmung über die Resolution des Europaparlaments zum Thema findet am Freitag statt.

17. Juni 2020 Presseartikel

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